Anschlussbereiche
An Übergängen zwischen Bauteil und Verbindungsmittel treffen unterschiedliche Geometrien und Beschichtungsflächen zusammen. Sie brauchen eine systemgerechte Ausführung.
Fachliche Informationen zu reaktiven Brandschutzsystemen, besonderen Anschlussbereichen und den projektbezogenen Vorgaben für Stahlkonstruktionen.
Stahlkonstruktionen können je nach Nutzung, Gebäudeplanung und brandschutztechnischer Anforderung einen zusätzlichen Schutz benötigen. Reaktive Brandschutzsysteme sind eine Möglichkeit, den Feuerwiderstand beschichteter Stahlbauteile zu verbessern.
Bei Temperaturbeanspruchung im Brandfall reagiert die Beschichtung und bildet eine wärmedämmende Schicht. Dadurch wird die Erwärmung des Stahls verzögert. Ob und wie ein System eingesetzt wird, bestimmt sich immer aus der konkreten Planung und den zugehörigen Systemvorgaben.
Das Deutsche Institut für Bautechnik beschreibt reaktive Brandschutzsysteme auf Stahlbauteilen typischerweise als Zusammenspiel aus Grundierung für den Korrosionsschutz beziehungsweise Haftvermittler, reaktiver Komponente und – falls erforderlich – Deckanstrich. Nicht jedes System verwendet jede Schicht in gleicher Weise.
Anschlussbereiche und Verbindungsmittel verlangen eine genaue Betrachtung der Geometrie, der erreichbaren Flächen und der Übergänge. Die systembezogenen Vorgaben werden daher auf die tatsächliche Konstruktion bezogen.
An Übergängen zwischen Bauteil und Verbindungsmittel treffen unterschiedliche Geometrien und Beschichtungsflächen zusammen. Sie brauchen eine systemgerechte Ausführung.
Kopf, Mutter, Schaft und angrenzende Flächen sind je nach Konstruktion unterschiedlich erreichbar. Das beeinflusst die Vorbereitung und Applikation.
Vorhandene Beschichtungen, blanke Stellen und Übergangsbereiche werden im Zusammenhang mit der vorgesehenen Systemlösung bewertet.
Grundierung, reaktive Schicht und eine gegebenenfalls vorgesehene Deckbeschichtung bilden ein abgestimmtes System. Untergrund, vorhandene Beschichtungen, Umgebungsbedingungen und die Art des Bauteils werden dabei nicht isoliert, sondern im Zusammenhang betrachtet.
Für reaktive Brandschutzbeschichtungen sind die jeweiligen Anwendungs- und Systemnachweise relevant. Das DIBt nennt hierfür unter anderem allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen in Verbindung mit Bauartgenehmigungen sowie Europäische Technische Bewertungen.
Die Vorbereitung orientiert sich an Untergrund, vorhandener Beschichtung und den Vorgaben des vorgesehenen Systems. Auch die Übergänge zu angrenzenden Flächen werden dabei berücksichtigt.
Zugänglichkeit, Reihenfolge im Bauablauf, Beschichtbarkeit und Ausführungsbedingungen beeinflussen, wie Verbindungsmittel und Anschlussbereiche bearbeitet werden können.
Dokumentation, Mess- und Kontrollpunkte unterstützen die Nachvollziehbarkeit der vereinbarten Ausführung. Die konkreten Kriterien stammen aus den System- und Projektvorgaben.
Die fachliche Einordnung dieser Seite orientiert sich an den Informationen des DIBt zu reaktiven Brandschutzsystemen auf Stahlbauteilen. Sie ersetzt keine projektbezogene Planung oder die Vorgaben des konkret eingesetzten Systems.
DIBt-Information zu reaktiven BrandschutzsystemenEine fachgerechte Beschichtung berücksichtigt nicht nur das Material. Sie bezieht auch die Oberflächenvorbereitung, die Ausführungsbedingungen und die vorgesehene Kontrolle in den Ablauf ein.
Sichtbarer Zustand, Vorbehandlung und die Anschlüsse an vorhandene Flächen bilden die Grundlage für die weitere Ausführung.
Klimadaten und Verarbeitungsbedingungen werden entsprechend den Vorgaben des Systems und des Projekts berücksichtigt.
Vereinbarte Kontrollpunkte und Ergebnisse können so festgehalten werden, dass der Ablauf nachvollziehbar bleibt.
Schraubverbindungen liegen an Anschlüssen und Geometriewechseln. Erreichbarkeit, Kanten, Übergänge und die Einbindung in den Beschichtungsaufbau können die Ausführung anspruchsvoller machen als auf ebenen Flächen.
Reaktive beziehungsweise dämmschichtbildende Beschichtungen reagieren bei Temperaturbeanspruchung im Brandfall. Sie bilden eine wärmedämmende Schicht, die die Erwärmung des Stahlbauteils verzögert.
Das kann projekt- und systemabhängig möglich sein. Entscheidend sind unter anderem Zugänglichkeit, Untergrundzustand, der vorgesehene Systemaufbau und die geltenden Anwendungsvorgaben.
Maßgeblich sind die Angaben zum konkreten Brandschutzsystem, die zugehörigen Nachweise, die Projektplanung und die Anwendungsvorgaben. Pauschale Schichtdicken oder Feuerwiderstandsklassen lassen sich daraus nicht ableiten.
Hilfreich sind Angaben zu Bauteil und Lage, Zeichnungen oder Fotos, das vorgesehene System, vorhandene Beschichtungen, Zugänglichkeit sowie Bauablauf und Terminfenster.
Senden Sie die verfügbaren Projektunterlagen, Fotos und Angaben zu Bauteilen, Zugänglichkeit sowie Bauablauf. So kann die Aufgabenstellung gezielt eingeordnet werden.
Projekt anfragen