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Bresle-Test: Warum lösliche Salze Beschichtungen zerstören

Der Bresle-Test ist eine der wichtigsten Prüfungen vor jeder Beschichtung. Lösliche Salze auf der Stahloberfläche sind eine der häufigsten Ursachen für frühzeitiges Beschichtungsversagen.

Was sind lösliche Salze und warum sind sie gefährlich?

Lösliche Salze – vor allem Chloride, Sulfate und Nitrate – lagern sich auf Stahloberflächen ab. Sie sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, aber ihre Wirkung ist verheerend: Wenn eine Beschichtung über einer salzhaltigen Oberfläche aufgebracht wird, zieht sie Feuchtigkeit aus der Luft an. Durch den osmotischen Druck bilden sich Blasen unter der Beschichtung – ein Prozess, der nicht mehr aufzuhalten ist.

Wichtig: Lösliche Salze werden durch Strahlen nicht vollständig entfernt. Auch nach Sa 2,5 können kritische Salzmengen auf der Oberfläche verbleiben – besonders in Küstennähe, bei Industrieatmosphäre oder nach Reinigungsarbeiten mit salzhaltigen Mitteln.

Wie funktioniert der Bresle-Test?

Der Bresle-Test (nach ISO 8502-6) ist ein einfaches, aber hocheffektives Verfahren zur Messung der Salzkonzentration auf Stahloberflächen:

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Ein selbstklebendes Bresle-Patch wird auf die Stahloberfläche aufgeklebt. Es bildet eine abgeschlossene Kammer.

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Mit einer Spritze wird eine definierte Menge destilliertes Wasser in die Kammer injiziert.

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Das Wasser löst die Salze von der Oberfläche. Nach einer Wartezeit von 10 Minuten wird die Lösung wieder entnommen.

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Mit einem kalibrierten Leitfähigkeitsmessgerät wird die elektrische Leitfähigkeit der Lösung gemessen.

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Aus der Leitfähigkeit wird die Salzkonzentration in µg/cm² (oder mg/m²) berechnet.

Grenzwerte: Wann ist die Oberfläche zu salzig?

AnwendungGrenzwertNorm / Regelwerk
Standard-Korrosionsschutz≤ 50 mg/m² (5 µg/cm²)ISO 8502-9 / ISO 12944
Offshore / C5≤ 20 mg/m² (2 µg/cm²)ISO 12944-9
Trinkwasser (KTW)≤ 20 mg/m²DVGW W 300
Schiffbau≤ 50 mg/m²IMO MSC.215(82)

Fazit

Der Bresle-Test kostet wenige Minuten und ein paar Euro – und kann Tausende von Euro an Sanierungskosten verhindern. Kein seriöses Beschichtungsprojekt sollte ohne diesen Test beginnen. Als FROSIO-Inspektor führe ich den Bresle-Test standardmäßig vor jeder Beschichtungsfreigabe durch.

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